Monatsspruch Mai

Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben über mich. 1. Korinther 6,12

Gedanken zum Monatsspruch 

Freiheit ist ein spannender Begriff. In der Werbung und in der Politik wird er fast überstrapaziert. Freiheit ist die Sehnsucht der Moderne, geradezu die Verheißung der Neuzeit. War es früher noch die Befreiung von Unterdrückung für ein Volk oder eine Gruppe von Menschen, so hat sich der Freiheitsbegriff unserer Tage eher in die ganz persönliche Freiheit gewandelt. Es ist das Bestreben geworden, das eigene Leben und die anvertraute Zeit so individuell wie möglich zu gestalten. Noch nie gab es so viel Freizeit wie heute. Aber nicht jeder kommt damit zurecht. Freiheit - wovon und wozu? Auch in der Bibel ist Freiheit ein bedeutender Begriff. Obwohl im Alten Testament dieses Wort nicht einmal verwendet wird, ist es doch die zentrale Erfahrung für das Volk Israel: aus der Sklaverei in Ägypten in die Freiheit des verheißenen Landes zu kommen. Freiheit ist aber immer auch gefährdet. Wollte Israel so frei und selbstbestimmt sein, dass es Gott vergessen hatte, folgte stets die Unterdrückung durch die Nachbarvölker. Im Neuen Testament ist Freiheit immer verbunden mit Jesus Christus. Schon in seiner irdischen Wirkungszeit ging Jesus sehr frei mit den überlieferten Vorschriften um. Seine Stellung zu den Sabbatgeboten oder den Ausgegrenzten der damaligen Gesellschaft erregte durchaus den Widerspruch der Gesetzeshüter. Aber sein Leiden, Sterben und Auferstehen macht den Weg des Sünders zu dem heiligen Gott endgültig frei. Paulus bringt es auf den Punkt, wenn er schreibt: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit.“ (Gal. 5,1). Diese Befreiung dürfen wir dankbar annehmen. Allerdings gilt es, diese Freiheit auch in verantwortungsvoller Weise zu leben. Dort liegt der große Unterschied zur individuellen Freiheit des modernen Menschen. Wir haben Verantwortung vor Gott für uns selbst und für die Menschen um uns herum. Gerade den Schwachen und Bedrängten gilt es, die von Gott gegebene Freiheit zu ermöglichen. Lasst uns wachsam sein, damit nichts und niemand die von Jesus erkämpfte Freiheit wieder einschränken kann.

Einen gesegneten Monat Mai wünscht Andreas.