Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.
Amos 5, 24
Wasser ist wichtig! Wasser brauchen wir zum Leben. Alle Lebewesen sind darauf angewiesen, denn ohne Wasser ist nur Wüste und Tod. Sofort habe ich Bilder im Kopf von Wasser in unterschiedlicher Ausprägung: eine munter sprudelnde Quelle, ein kleiner Bach im Wald mit grünen, bemoosten Steinen, ein mächtiger Strom, der majestätisch und unaufhaltsam zum Meer fließt. Der Prophet Amos verbindet das mit den Worten Recht und Gerechtigkeit. So munter, so unaufhaltsam, so lebensbringend sollte Gottes Gerechtigkeit in unserem Leben sein. Es ist ein Idealbild, eine Vision der Hoffnung, ein Hilferuf zur Veränderung. Denn Amos hat allen Grund zur Klage. Sein Volk hat Gott vergessen. Im Alltag ist nicht viel zu sehen von einem an Gott orientierten Leben. Und selbst die Gottesdienste sind nur äußerliche Form, nur noch Fassade. Da ist ein schöner Anschein, aber nichts dahinter: kein Leben, keine innerliche Kraft, eigentlich nur noch Wüste. Das kommt uns doch bekannt vor. So viel hat sich da wohl nicht geändert in all den Jahrhunderten. Wir sehnen uns nach Gerechtigkeit und sind so oft nicht in der Lage, dafür selbst zu sorgen. Wir brauchen Gottes Hilfe. Ohne ihn kann es nicht gelingen. Paulus, der sehr viel von Gerechtigkeit schreibt,
nennt den einzigen Rettungsweg: Jesus Christus, der uns von Gott gemacht ist zur Gerechtigkeit (1. Kor. 1,30). Ihn wollen wir immer wieder bitten unser Leben zu bewässern, damit Wachstum und Frucht sichtbar wird. Übrigens ist unser Monatsspruch auch ein typisches Beispiel für jüdisches Denken und Ausdrucksformen, so wie sie uns oftmals in den Psalmen begegnen. Zwei Aussagen benennen fast dieselbe Tatsache, aber aus unterschiedlichen Blickwinkeln. So wie wir mit zwei Augen räumlich sehen können, so umschreiben jüdische Dichter Gottes Wirklichkeit in zwei parallelen Bildern und eröffnen dem Betrachter damit einen weiten Raum: strömendes Wasser und ein nie versiegender Bach. Gott schenkt
uns das Wasser zu wirklichem Leben.
Einen gesegneten Monat Juli wünscht Andreas.